|| Presse
"Eine solche emotionale Befindlichkeit auf die Bühne zu bringen und dabei die Klischeefalle zu umgehen, aber dennoch die dem Thema angemessene Ernsthaftigkeit zu wahren, ist der Compagnie Salon Sauvage unter der Leitung von Sanja Ristic gelungen. Mit „Protect me from myself“ wird eine mitreißende, fesselnde Performance geboten. Der Mix stimmt: Stille und selbstreflektierende Momente, in denen sich die angehende Selbstmörderin an ihre Vergangenheit erinnert, wechseln mit schweißtreibendenTanzszenen, Gesangseinlagen und dynamischen musikalischen Intermezzi. Dennoch sinkt die rasante Show zum ernsten Thema nie ins Beliebige oder gar in anbiedernde Betroffenheit ab. „Protect me from myself“ verzichtet auf eine moralische Wertung. Das Innenleben der möglicherweise prototypischen Selbstmordattentäterin bleibt schlussendlich Fragment, wird dem Publikum nur in Ausschnitten präsentiert. Eine Stunde Extremzustand an der Grenze des Lebens nicht als Resignation, sondern als Moment der grossen Lebensdichte..."
Konzert, Performance, Theater, Tanz:
Ausgangpunkt von PROTECT ME FROM MYSELF - Songs for a suicide Bomber ist der monologische Roman "Bombenfrau" von Ivana Sajko. Regisseurin und Performerin Sanja Ristic kreiirt die Musik und Performance Platform "Salon Sauvage" und inszeniert gemeinsam mit den Protagonisten auf der Bühne, ein einstündiges schweißtreibendes Konzert-Tribute an eine Selbstmordattentäterin. Was geht in einem Menschen vor, der sich und andere wissentlich in den Tod reißen wird? Die radikale Performance sucht eine Antwort auf diese Frage und reflektiert den emotional und exzessiven Zustand dieser Frau kurz vor der Tat.
Auf der Bühne Johanna Chemnitz und Sanja Ristic, Musik Almut Lustig und Claus Erbskorn.
Noch 12 Minuten und 36 Sekunden. Dann sprengt sich die Selbtmordattemtäterin und andere in die Luft. „Ein Zustand, der dich zugleich einfriert und höchst lebendig macht. Ein Zustand, in dem die Welt totenstill wird und wahnsinnig laut“, sagt die Schweizer Regisseurin und Performerin Sanja Ristic. Wie tief kann der Riss zwischen Mut und Angst, Überzeugung und Zweifel gehen ?
Mit „Bombenfrau“ verfasste die kroatische Autorin Ivana Sajko den Monolog einer Selbstmordattentäterin, die in der letzten Phase vor der unausweichlichen Explosion nicht nur ihr Tun, sondern auch die Umstände reflektiert, unter denen sie sich für die Aktion entschieden hat.
Sanja Ristic transformiert mit ihrer Compagnie „Salon Sauvage“ Sajkos leisen, radikalen Text von der Grenze des Lebens zu einer Stunde furiosen Musiktheaters. Sie folgt der Attentäterin in ihrer emotionalen Spannungskurve zwischen Heldenwahn und Ohnmacht und spürt der radikalen Gefühlswelt nach. Damit zollt Sanja Ristic während einer Stunde des Extremzustand der Attentäterin ihren Tribut: Als Abschiedskonzert im Moment der grössten Lebensdichte.
|| Press
"The Artist Collective "Salon Sauvage" succeded in bringing enormous emotional sensitivities on stage and managed to avoid clichés without losing the appropriate seriousness that is required for the subject. “Protect me from myself“ is a performance that stirs emotions and grabs you. It is in the mix: Silence and self-reflexive moments in which the suicide remembers her past are set against excessive dance scenes, songs and dynamic musical intermezzi. Still the fast show with this serious subject never sinks to arbitrary or befriending concernment. „Protect me from myself“ abstains from any moral values. The inner life of the possibly prototypical female suicide bomber stays a fragment and is presented to the audience only in extracts. An hour in an extreme state of mind at the borders of life. Not seen as a resignation, but as a moment with high density of life...."
|